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Redispatch 2.0: Ausfallarbeit bei Eigenverbrauch — Erzeugung oder Einspeisung?

Wenn eine Anlage Eigenverbrauch hat, stellt sich für die Ausfallarbeitsberechnung eine praktische Frage: zählt der reine Einspeisegang am Netzanschlusspunkt oder die Erzeugung der technischen Ressource?

Kurzantwort auf Basis des BDEW-Umsetzungsfragenkatalogs: Bei vorhandener Erzeugungsmessung ist die Erzeugung maßgeblich. Diese Seite ist eine fachliche Orientierung und keine Rechtsberatung.

Kernaussage

Bei vorhandenem Erzeugungszähler ist für P0 nicht der Einspeisezählerwert, sondern der Wert des Erzeugungszählers zu verwenden. Gemeldete Werte bei Anlagen mit Eigenverbrauch beziehen sich auf die Erzeugung.

Praktische Wirkung

Eigenverbrauch hinter dem Netzanschluss wird damit nicht einfach aus der Ausfallarbeit herausgekürzt, sofern die Erzeugung der technischen Ressource separat gemessen oder zuordenbar ist.

Grenze

Ohne Erzeugungszähler kann ersatzweise auf die verfügbare Einspeisemessung abgestellt werden. Die konkrete Abrechnung bleibt fall- und prozessabhängig zu prüfen.

Warum ist das ein eigener SEO- und Praxisfall?

In Redispatch-2.0-Prozessen treffen technische Ressourcen, steuerbare Ressourcen, Marktrollen, Marktlokationen und Bilanzierung aufeinander. Anlagen mit Eigenverbrauch sind dabei besonders erklärungsbedürftig: Am Übergabezähler erscheint nur die Netzeinspeisung, während die technische Ressource tatsächlich mehr erzeugt haben kann.

Für Netzbetreiber, Anlagenbetreiber, BTR/EIV-Rollen und Dienstleister ist die Unterscheidung wichtig, weil sie bestimmt, welche Mess- und Planwerte im Ausfallarbeitsprozess konsistent verwendet werden.

Was sagt der BDEW-Umsetzungsfragenkatalog?

Der BDEW behandelt die Frage in Redispatch_016 „Bestimmung des Werts der Leistungslimitierung“. Im Beispiel gibt es eine installierte Leistung von 200 kW, einen Planwert Erzeugung ZE1 von 180 kW, Eigenverbrauch von 60 kW und daraus eine Einspeisung Z1 von 120 kW.

Die Lösung ist eindeutig formuliert: Für P0 ist nicht der Wert am Einspeisezähler Z1, sondern der Wert des Erzeugungszählers ZE1 zu verwenden. Außerdem beziehen sich die gemeldeten Werte und die Planungs-/Prognosedaten bei Anlagen mit Eigenverbrauch auf die Erzeugung.

Damit wird die Berechnung nicht vom Zufall der Abrufvariante geprägt, sondern auf eine konsistente Erzeugungssicht der technischen Ressource zurückgeführt.

Wie lautet die Formel im einfachen Fall?

Der One-Pager fasst den einfachen Zusammenhang so zusammen:

WA = max(0; (P0 − Plim) × 1/4 h)

Entscheidend ist dann nicht nur die Formel, sondern die richtige Bezugsgröße für P0 und Plim. Bei vorhandener Erzeugungsmessung ist das die Erzeugung der technischen Ressource.

FAQ: Was sollten Stadtwerke und Netzbetreiber prüfen?

Gibt es einen separaten Erzeugungszähler?

Wenn ja, spricht die BDEW-Einordnung dafür, die Ausfallarbeitsberechnung auf die Erzeugung der technischen Ressource zu beziehen.

Sind Planungs- und Prognosedaten im gleichen Bezugssystem?

Die Werte sollten konsistent auf Erzeugung, technische Ressource und jeweilige Marktrollen bezogen sein, statt Einspeisung und Erzeugung unbemerkt zu mischen.

Was ist bei MaLo- und Bilanzkreissicht zu beachten?

Die marktkommunikative Zuordnung läuft über Rollen, SR/TR, MaLo und Bilanzkreis. Das ändert aber nicht automatisch die Berechnungsbasis bei Eigenverbrauch.

Ist die Einspeisemessung trotzdem relevant?

Ja, insbesondere wenn kein Erzeugungszähler vorhanden ist oder für Anschluss-, Bilanzierungs- und Marktkommunikationsprozesse. Sie ist aber nicht die Grundlogik, wenn die Erzeugung separat verfügbar ist.

Praxisfrage klären?

STROMDAO unterstützt bei der Einordnung von Messkonzepten, Datenbezügen und prüfbaren Arbeitsständen für Netzmanagement- und Redispatch-Prozesse — ohne Rechtsberatung und ohne automatische Abrechnungszusage.

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